„Die grundsätzlich wichtigste Unterstützung war natürlich der Aufruf, sich am Modellprojekt zu beteiligen, also eine Projektidee zu entwickeln, sich zu bewerben. Das war für uns die Initialzündung für die Arbeit.“ So formulierte es rückblickend ein Mitarbeiter aus der ersten Runde der Pilotkommunen des Landeszentrums Jugend + Kommune 2018.

Wünscht sich auch Ihre Kommune eine solche Initialzündung, um die Beteiligung von jungen Menschen nach § 80 KVG LSA zu starten, zu stärken oder zu verstetigen?

Möchten Sie jungen Menschen mehr Mitsprache in der Kommune ermöglichen und sie frühzeitig in Planungsprozesse einbeziehen?

Das Landeszentrum Jugend + Kommune schreibt erneut fünf Pilotkommunen aus, die bei diesen Aufgaben sowohl finanziell (bis zu 21.400 Euro) als auch fachlich unterstützt werden.

Bewerben dürfen sich Landkreise, kreisfreie Städte, Gemeinden sowie Einheits- und Verbandsgemeinden aus Sachsen-Anhalt, die ihre kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung (weiter) entwickeln wollen. Dabei können neue Beteiligungsmethoden, Beteiligungsformate oder Kommunikationswege zwischen jungen Menschen und der Kommune erprobt werden- mit dem Ziel, junge Menschen langfristig kommunal zu beteiligen.

Das Landeszentrum Jugend + Kommune steht den Pilotkommunen während des gesamten Prozesses beratend und unterstützend zur Seite. Der Förderzeitraum beträgt ein Jahr: vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2026.

Interesse geweckt? Hier finden Sie den

+ Antrag mit den Bewerbungsunterlagen

+ Formblatt zum Antrag

+ Hinweise zur Antragstellung

Die Bewerbungsfrist endet am 10.10.2025.

Fragen? Das Landeszentrum lädt Sie am 01.09.2025 um 11:00 Uhr zu einer digitalen Beratung ein. Darin beantworten wir Ihre Fragen zu Projektideen und Antragsbedingungen und stellen ehemalige Pilotkommunen vor. Bitte melden Sie sich zur digitalen Beratung an, um den Zugangslink zu erhalten. Was alles als Pilotkommune möglich ist, finden Sie in unserer Galerie der Jugendbeteiligung in Sachsen-Anhalt.

Sie können sich auch gern unabhängig von diesem Termin telefonisch (03931- 4909 470) oder per E-Mail an uns wenden. Ihre Ansprechpartnerinnen sind Maria Burkhardt (maria.burkhardt@kinderstaerken-ev.de) und Jan Hennig (jan.hennig@kinderstaerken-ev.de).

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Mitbestimmung, auch in kommunalen Angelegenheiten. Das ist nicht nur eine pädagogische Überzeugung, sondern gesetzlich festgeschrieben: In § 80 des Kommunalverfassungsgesetzes Sachsen-Anhalt heißt es, dass Kinder und Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise zu beteiligen sind. 

Doch was heißt das konkret? Und gibt es Voraussetzungen, wie schulische Leistungen, die junge Menschen erfüllen müssen, um sich in einem Kinder- und Jugendgremium zu engagieren?  

Mit dieser Frage wendete sich ein Kinder- und Jugendgremium an uns. Sie berichteten von Schwierigkeiten bei der Ernennung von neuen Mitgliedern, da ein Schulleiter Engagement innerhalb der Schule und gute Schulleistungen voraussetzte, um seine Empfehlung für die Ernennung zu schreiben.   

 Zunächst das Wichtigste: Die Beteiligung an einem kommunalen Kinder- und Jugendgremium steht allen jungen Menschen offen und darf nicht an Voraussetzungen wie Vorwissen, formale Qualifikationen oder ein bestimmtes Engagement im Vorfeld geknüpft werden. Dies entspricht dem Grundsatz der Nichtdiskriminierung und Chancengleichheit gemäß Artikel 3 des Grundgesetzes (GG), wonach niemand wegen seines Alters, seiner Herkunft oder sonstiger Merkmale benachteiligt werden darf. Auch die UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) garantiert in Artikel 12 das Recht jedes Kindes, in allen das Kind betreffenden Angelegenheiten frei seine Meinung zu äußern und verlangt, dass dieser Meinung angemessenes Gewicht beigemessen wird, unabhängig von Status oder Fähigkeit. 

Die Allgemeine Bemerkung Nr. 12 des UN-Kinderrechtsausschusses stellt klar, dass die Ausübung dieses Beteiligungsrechts nicht an Bedingungen wie Bildungsniveau, Ausdrucksfähigkeit oder spezifisches Vorwissen geknüpft sein darf. Beteiligung muss inklusiv, niedrigschwellig und diskriminierungsfrei ausgestaltet sein. Entscheidend ist allein die Bereitschaft der Kinder und Jugendlichen, sich einzubringen und ihre Perspektiven mitzuteilen, nicht, wie erfahren oder gebildet sie sind. Kommunale Kinder- und Jugendgremien, wie Jugendparlamente, Jugendforen, Jugendräte oder Beiräte, leben davon, dass möglichst viele junge Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Interessen mitmachen. Sie sollen niedrigschwellig erreichbar und offen gestaltet sein. Welche formellen Voraussetzungen erfüllt werden müssen regelt die Satzung. Grundsätzlich geht es dabei um Altersgrenzen, den Wohnort oder Wahlperioden.

Wichtig ist: Diese Regelungen dienen nicht dazu, Hürden aufzubauen, sondern Transparenz und Verlässlichkeit zu schaffen. Sie sorgen dafür, dass Beteiligung verbindlich wird und nicht dem Zufall überlassen bleibt. 

Gibt es ähnlichen Beratungsbedarf in ihrer Kommune oder in eurem Kinder- und Jugendgremium? Dann meldet euch gern bei uns.  

Wie können Kommunen junge Menschen für ihre Heimat begeistern? Wie gelingt es, Jugendbeteiligung zu stärken und jugendfreundliche Strukturen aufzubauen? Unsere Workshopreihe gibt praxisnahe Antworten: mit frischen Ideen, erprobten Methoden und alltagstauglichen Tools.

In vier Terminen beleuchten wir, wie Städte und Gemeinden Jugendfreundlichkeit entwickeln, kommunizieren und leben können, von der strategischen Vision bis hin zu konkreten Ansätzen für die Öffentlichkeitsarbeit.

Die Workshopreihe im Überblick:

27.08.2025 | 10:00–12:00 Uhr
Mitreden, Mitgestalten, Mitentscheiden – Jugendfreundliche Kommunen im Strukturwandel

Mit: Mandy Vater, Servicestelle Jugend und Strukturwandel Mitteldeutschland, KinderStärken e.V.

16.09.2025 | 10:00–12:00 Uhr
Jugend erreichen - Wie Kommunen junge Menschen für Veranstaltungen und Beteiligung gewinnen

Mit: Maria Burkhardt und Jan Hennig, Landeszentrum Jugend + Kommune und Akademie für Kinder- und Jugendparlamente, KinderStärken e.V.

08.10.2025 | 10:00–12:00 Uhr
Von der Vision zur Marke - Wie Kommunen ihre Jugendfreundlichkeit sichtbar machen können

Mit: Carola Laun, Kinder & Jugend Marketing Kontor

09.12.2025 | 10:00–12:00 Uhr
Jugend erreichen - Praxisworkshop für authentische Öffentlichkeitsarbeit in Kommunen

Mit: Philipp Schüller, Offener Kanal Merseburg, Isabel Mallqui Chacón, Freiwilligenagentur Saalekreis, und eine jugendliche Person

Alle Workshops sind kostenfrei und richten sich an kommunale Mitarbeitende, Engagierte und Multiplikator:innen. Die Workshops finden online statt und können einzeln gebucht werden.

Alle weiteren Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier: https://eveeno.com/workshopreihe

Im Rahmen der Fachtagung „Jugend. Wandel. Kommune. – Zukunft vor Ort sichern“ hat das Landeszentrum Jugend + Kommune am 17. Juni 2025 vier Kommunen für ihren herausragenden Einsatz zur Stärkung der Mitspracherechte junger Menschen ausgezeichnet. Die Kommunen – der Altmarkkreis Salzwedel, der Landkreis Stendal, die Welterbestadt Quedlinburg und die Verbandsgemeinde Wethautal – waren im Jahr 2024 als Pilotkommunen Teil eines landesweiten Programms zur Förderung von Kinder- und Jugendbeteiligung.

2024 bewarben sich die vier Kommunen. Neben intensiver fachlicher Beratung und praxisorientierten Weiterbildungsangeboten erhielten die Pilotkommunen auch eine finanzielle Förderung in Höhe von bis zu 21.400 Euro. Finanziert wird dieses Förderung durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt.

Altmarkkreis Salzwedel
Mit einem kraftvollen Auftakt hat der Altmarkkreis Salzwedel neue Maßstäbe für Beteiligung gesetzt. In vier Regionen wurden qualifizierte Ansprechpersonen für Beteiligungsmoderation etabliert. Rund 350 Kinder und Jugendliche beteiligten sich aktiv an eigens organisierten Kinder- und Jugendkonferenzen, deren Ergebnisse direkt in Verwaltung und Politik einflossen. Der Aufbau eines regionalen Netzwerks soll die Beteiligung langfristig sichern.

Landkreis Stendal
Der Landkreis Stendal setzt auf nachhaltige Beteiligungsstrukturen. Eine umfassende jugendgerechte Befragung mit über 1.000 Teilnehmenden bildete den Auftakt. Regionalkonferenzen dienten dazu, die identifizierten Bedarfe gemeinsam mit jungen Menschen, Verwaltung und Politik weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Beteiligung als festen Bestandteil kommunaler Entscheidungsprozesse zu verankern.

Welterbestadt Quedlinburg
Mit einem selbst organisierten Barcamp, einer Berlinreise und kreativen Projekten hat eine engagierte Jugendgruppe in Quedlinburg den Beteiligungsprozess entscheidend vorangetrieben. Die Arbeit wird durch einen fest verankerten Stellenanteil im Jugendbüro unterstützt. Zukünftig soll Jugendbeteiligung in der Stadt strukturell etabliert und durch stärkere Netzwerke begleitet werden.

Verbandsgemeinde Wethautal
In der Verbandsgemeinde Wethautal wurde erfolgreich ein Jugendbeirat ins Leben gerufen – ein Meilenstein für Beteiligung im ländlichen Raum. Mit großem Engagement sammelten die Jugendlichen Themen, entwickelten Projekte und wirkten öffentlichkeitswirksam in ihrer Gemeinde mit. Enge Zusammenarbeit mit der Verwaltung und die klare politische Rückendeckung waren dabei zentrale Erfolgsfaktoren.

Die vier Kommunen zeigen beispielhaft, wie Beteiligung junger Menschen auf kommunaler Ebene konkret und nachhaltig gelingen kann. Ihre Projekte leisten einen wertvollen Beitrag zur Stärkung demokratischer Teilhabe in Sachsen-Anhalt – und darüber hinaus.

 

Wie kann Jugendfreundlichkeit zum festen Bestandteil kommunaler Entwicklung werden? Welche Rolle spielen junge Menschen im Strukturwandel? Und wie gelingt es Kommunen, Jugendliche dauerhaft an Entscheidungsprozessen zu beteiligen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des heutigen Fachtags „Jugend. Wandel. Kommune. – Zukunft vor Ort sichern“ in Halle (Saale). Rund 80 Teilnehmende aus Kommunalverwaltungen, Politik, Jugendarbeit und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um gemeinsam Strategien für eine zukunftsfähige und jugendgerechte Kommunalentwicklung zu diskutieren. 

Eingeladen hatte das Landeszentrum Jugend + Kommune gemeinsam mit der Servicestelle Jugend und Strukturwandel Mitteldeutschland in Kooperation mit der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente Sachsen-Anhalt. Der Fachtag bot eine praxisnahe Plattform für Austausch, Vernetzung und Inspiration. 

Nach der Begrüßung und einem Grußwort der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt erhielten die vier Pilotkommunen 2024 eine Auszeichnung für ihren hervorragenden Beitrag Jugendbeteiligung in Sachsen-Anhalt zu fördern. Dies wurde durch das Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung übergeben.  

Im anschließenden Fachimpuls „Jugend und Strukturwandel“ unterstrichen Maria Burkhardt und Mandy Vater von KinderStärken e. V. die Bedeutung jugendgerechter Räume in Transformationsregionen. Die Keynote von Heidi Schulze (jugendgerecht.de / AGJ) führte eindrücklich vor Augen, wie eine jugendfreundliche Kommune nicht nur Vision, sondern gelebte Realität werden kann, vorausgesetzt, Beteiligung wird strukturell verankert und als Querschnittsaufgabe verstanden. 

Am Nachmittag vertieften fünf Workshops zentrale Fragestellungen der kommunalen Jugendbeteiligung. Von jugendgerechter Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Digitalisierung im ländlichen Raum. Besonders gefragt war der Workshop „Jugendfreundliche Kommunen im Strukturwandel“, der das Beteiligungsfeld für junge Menschen im Strukturwandel in den Fokus rückte. 

In der Abschlussrunde wurden Erkenntnisse aus den Workshops zusammengetragen, mit dem klaren Fazit: Jugendbeteiligung braucht sichtbare Räume, verlässliche Strukturen und politische Rückendeckung. Der Fachtag zeigte eindrucksvoll, wie kreative Lösungen und ein echter Wille zur Mitgestaltung Kommunen jugendfreundlicher machen können. 

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitwirkenden, Referent:innen und Teilnehmenden, die diesen Tag mit ihrem Engagement, ihren Ideen und ihrem Interesse zu einem inspirierenden Austausch gemacht haben.  

Gefördert wurde die Fachtagung durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung; Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.  

Hier finden sie in kürze alle Präsentationen und Materialien der Fachtagung „Jugend. Wandel. Kommune. – Zukunft vor Ort sichern“ des Landeszentrums Jugend + Kommune vom 17.06.2025.

Keynote:

 

Workshops:

 

Folgende Workshops bieten wir nochmal digital an:

 

27.08.25 10:00 - 12:00 Uhr


"Mitreden, Mitgestalten, Mitentscheiden – Jugendfreundliche Kommunen im Strukturwandel"

 

16.09.25 10:00 - 12:00 Uhr


Jugend erreichen – Wie Kommunen junge Menschen für Veranstaltungen und Beteiligung gewinnen

 

08.10.25 10:00 - 12:00 Uhr


Jugend in der Kommune – Von der Vision zur Marke – Carola Lauen

 

Informationen zur Anmeldung erhalten sie rechtzeitig per Mail oder über unseren Instagram Account @lzjugend