Das Warten hat ein Ende! Nach intensiver Beratung und sorgfältiger Auswahl hat die Jury die fünf Kommunen zur Stärkung der kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung 2026 ausgewählt. Über 13 vielversprechenden Anträgen wurde beraten und entschieden. Auch in diesem Jahr bestand die Jury aus jungen Menschen sowie Fachkräften im Bereich des Jugendengagements, politischer Bildung und Jugendarbeit.

"Die Anträge aus den Kommunen enthielten vielfältige und spannende Ansätze zur Stärkung der Beteiligung." beschreibt Maria Burkhardt, Leiterin des Landeszentrums, den Prozess.  Dies spiegelt das Engagement und die Kreativität wider, die in der Arbeit der Gemeinden zur Förderung der Jugendbeteiligung vorhanden sind. Die ausgewählten Pilotkommunen für dieses Jahr sind Gemeinde Droyßig, Halle (Saale), Wanzleben (Börde), Niedere Börde und die Hansestadt Osterburg.

"Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit den fünf Kommunen, denn es geht nicht nur um die Stärkung der Beteiligung von jungen Menschen, sondern auch um die Entwicklung von Prozessketten für die kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung im Verwaltungshandeln.“ sagt Maria Burkhardt. Die Auswahl dieser Pilotkommunen markiert den Beginn einer spannenden Phase des Austauschs und der Zusammenarbeit, die darauf abzielt, gelingende Ansätze zu identifizieren und zu verbreiten, um die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in ganz Sachsen-Anhalt zu fördern. Finanziert werden die Pilotvorhaben und das Landeszentrum Jugend + Kommune vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Die Gemeinde Droyßig möchte die Beteiligung junger Menschen stärken und ihre Zukunft aktiv mit ihnen gestalten. Aufbauend auf zahlreichen Vereinsaktivitäten und Projekten soll ein Kinder- und Jugendbeirat entstehen, der eigene Ideen umsetzt und über ein eigenes Budget verfügt. Der Jugendclub dient dabei als zentraler Treffpunkt und Ort für Beteiligung, kreative Projekte und Begegnung. Ziel ist es, Jugendlichen im ländlichen Raum mehr Mitbestimmung, Perspektiven und Verbundenheit mit ihrer Heimat zu ermöglichen.

Die Stadt Halle (Saale) plant in allen fünf Teilräumen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) neue Jugenddialoge, um jungen Menschen eine stärkere Stimme in der Stadtentwicklung zu geben. Mit passenden Beteiligungsformaten sollen dabei insbesondere Jugendliche erreicht werden, die bisher kaum zu Wort gekommen sind. Gleichzeitig baut die Stadtverwaltung interne Strukturen aus, um Anliegen junger Menschen schneller zu bearbeiten und Beteiligung als festen Bestandteil kommunaler Prozesse zu verankern.

Die Stadt Wanzleben-Börde plant die Entwicklung und Einführung eines Jugendstadtrats, um jungen Menschen mehr Mitsprache in kommunalen Entscheidungen zu ermöglichen. Eine öffentlichkeitswirksame Kampagne soll Jugendliche gezielt ansprechen und für eine aktive Beteiligung gewinnen. In Zukunftswerkstätten erarbeiten junge Menschen und die Verwaltung gemeinsam, wie Zusammenarbeit, Kommunikation und Beteiligung künftig gestaltet werden sollen. Parallel entwickelt die Stadt klare Verantwortlichkeiten und verbindliche Beteiligungsstandards, um die Jugendbeteiligung dauerhaft in der Verwaltung zu verankern.

Die Gemeinde Niedere Börde entwickelt ein umfassendes Kinder- und Jugendbeteiligungskonzept, das alle Bereiche des Gemeindelebens einbezieht – von Kita, Schule und Vereinen über Feuerwehren und Politik bis hin zu Verwaltung, Bibliothek und Öffentlichkeitsarbeit. In einer Kinder- und Jugendkonferenz erarbeiten junge Menschen gemeinsam, wie Beteiligung bisher gestaltet wurde und wie sie zukünftig mitwirken möchten. Darauf aufbauend entstehen konkrete Handlungsansätze und Projektideen, die auf einem Kinder-Campus beim Dorffest präsentiert und später offiziell dem Gemeinderat übergeben werden.

Die Hansestadt Osterburg stärkt die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, indem sie neue Wege für ihre Mitwirkung in kommunalen Entscheidungen schafft. Jugendliche werden als „Peer-Multiplikator:innen“ ausgebildet und sammeln in einer Jugendkonferenz Ideen, die gemeinsam weiterentwickelt werden. Die Kinder- und Jugendbeauftragte sorgt für den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und jungen Menschen, sodass ein dauerhaft tragfähiges und vielfältiges Beteiligungsformat entsteht.

Über das Landeszentrum Jugend + Kommune: Das Landeszentrum Jugend + Kommune fungiert als Kommunal- und Organisationsberatung für den Bereich kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung im Land Sachsen-Anhalt. Die Aufgabe des Landeszentrums ist es, Vorhaben der Kommunen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen professionell und wissenschaftlich fundiert zu unterstützen.

Der Fokus der Beratung liegt dabei auf dem Thema Veränderungsmanagement, also der Umsetzung von neuen Strategien und Strukturen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an kommunalen Prozessen und Entscheidungen.

Die Akademie für Kinder und Jugendparlamente konnte in diesem Jahr gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern im gesamten Land zahlreiche Qualifizierungsangebote umsetzen. Davon profitierten viele junge Menschen aus Kinder- und Jugendgremien, die ihre Interessen einbringen und ihre Kompetenzen erweitern konnten. Einige Höhepunkte des Jahres möchten wir besonders hervorheben. 

Zu Beginn des Jahres fanden im Landkreis Stendal zwei Veranstaltungen zur Vorbereitung auf die kommende Bundestagswahl statt. Im Kino Stendal sahen junge Menschen den Film The Zone of Interest und tauschten sich anschließend in einer gemeinsamen Reflexionsrunde aus. Zwei Tage später folgte ein Workshop mit einem Planspiel zu Falschnachrichten und politischer Desinformation. Insgesamt nahmen daran fast 140 junge Menschen teil. Der Wunsch nach einer Fortsetzung solcher Bildungsangebote war deutlich spürbar. 

Das Jugendgremium in Gardelegen organisierte während der Sommermonate eine dezentrale Veranstaltungsreihe mit dem Titel “Grill & Chill. An entspannten Nachmittagen im Park kamen junge Menschen in Lindstedt, Gardelegen, Zichtau und Letzlingen zusammen. Neben gemeinsamen Freizeitangeboten und dem Grillen ging es vor allem um den Austausch darüber, was die Jugendlichen bewegt und wie sie ihren Wohnort weiter verbessern möchten. 

Ein weiterer Höhepunkt war die Unterstützung der Jugenddemokratiekonferenz in Merseburg. Die Veranstaltung entstand in Zusammenarbeit zweier Partnerschaften für Demokratie aus Merseburg und dem Saalekreis sowie der Freiwilligenagentur Saalekreis. Auch das Merseburger Jugendgremium und weitere Jugendgruppen wirkten aktiv mit. Ziel war es, jungen Menschen einen offenen und attraktiven Zugang zu Themen der Demokratiebildung und politischen Mitgestaltung zu ermöglichen. Die Konferenz bot unter anderem eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunal und Landespolitik sowie vielfältige Workshop und Freizeitangebote. 

Insgesamt blicken wir auf zehn unterschiedliche Maßnahmen zurück, die im vergangenen Jahr umgesetzt wurden. Fast 500 Kinder und Jugendliche sowie zahlreiche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und Menschen aus Politik und Verwaltung nahmen an Angeboten der Akademie für Kinder und Jugendparlamente teil. 

 

 

Qualifizierung zur Beteiligungsmoderation geht 2026 in eine neue Runde 

„Es war sehr lehrreich und hat mich enorm weitergebracht!“ So beschreibt ein früherer Teilnehmender seine Erfahrungen aus der Qualifizierungsreihe zur Beteiligungsmoderation. Und genau daran möchten wir 2026 anknüpfen. 

Auch im kommenden Jahr laden wir Fachkräfte, Verwaltungsmitarbeiter:innen, Ratsmitglieder sowie weitere kommunale Akteur:innen aus Sachsen-Anhalt herzlich ein, sich intensiv mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auseinanderzusetzen. Die Qualifizierungsreihe stärkt die Kompetenzen, die es braucht, um junge Menschen auf Augenhöhe in kommunale Prozesse einzubinden und dabei echte Partizipationsstrukturen zu schaffen. 

Was Sie erwartet: 

               + Ein fundierter Einblick in die Lebenswelt, Bedürfnisse und Rechte von Kindern und Jugendlichen 

               + Methoden und Werkzeuge zur gelungenen Moderation von Beteiligungsprozessen 

               + Praktische Übungen, Fallarbeit und kollegialer Austausch 

               + Ein wachsendes Netzwerk aus engagierten Menschen, die sich für starke Kinder- und Jugendbeteiligung in Sachsen-Anhalt einsetzen 

Termine 2026 

Modul I – Grundverständnis Beteiligungsmoderation
02.03.–04.03.2026, Stendal
Rechtsgrundlagen, Rollenverständnis, Interessenvertretungen junger Menschen u.v.m. 

Modul II – Handeln in der Praxis
01.06.–03.06.2026, Stendal
Zugänge zu Zielgruppen, Methoden der Beteiligung, Netzwerkarbeit und Prozessmoderation 

Modul III – Theorie-Transfer
07.09.–09.09.2026, Magdeburg
Kollegiale Fallberatung, Praxistransfer und vertiefende Reflexion 

Die Qualifizierung ist in Sachsen-Anhalt als Bildungsveranstaltung nach dem Bildungsfreistellungsgesetz (Bildungsurlaub) anerkannt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 100 €. 

Anmeldung
Die Anmeldung ist bis zum 07.02.2026 möglich.
Nutzen Sie hierfür bitte das Formular auf unserer Website:
www.jugend-kommune.de/seminare/ 

Für weitere Fragen freut sich das Team des Landeszentrums Jugend + Kommune auf Ihre Nachricht unter:
landeszentrum@kinderstaerken-ev.de oder +49 (0) 3931 4909470 

Wir freuen uns sehr auf alle, die 2026 dabei sein möchten und gemeinsam dafür sorgen wollen, dass junge Menschen in ihren Kommunen wirklich mitgestalten können. 

2025 war für das Landeszentrum Jugend + Kommune ein besonderes Jahr. Unter dem Motto „Jugend. Wandel. Kommune.“ wurde am 17. Juni 2025 in Halle (Saale) eine Fachtagung veranstaltet, bei der rund 80 Vertreter:innen aus Kommunalverwaltungen, Politik, Jugendarbeit und Zivilgesellschaft zusammenkamen, um über jugendgerechte Kommunalentwicklung und die Rolle junger Menschen im Strukturwandel zu beraten.

Darüber hinaus hat das Landeszentrum im Laufe des Jahres erneut eine ganze Reihe an Workshops, Netzwerktreffen und Beratungen angeboten. Insgesamt begleitete das Landeszentrum 2025 18 Kommunen in fast 100 Beratungsprozessen. Seit Beginn der Arbeit sind es damit mehr als 85 Kommunen im ganzen Land.

Die Ergebnisse dieses Jahres zeigen deutlich: Jugendbeteiligung in Sachsen-Anhalt ist auf dem Weg von Projekt- hin zu Strukturpolitik. Beteiligung wird nicht mehr als „Extra“ gesehen, sondern als Querschnittsaufgabe, mit Potenzial für Demokratie-, Sozial- und Strukturwandel. Der gemeinsame Austausch bei der Fachtagung war zudem ein wichtiger Schritt, um gute Praxisbeispiele sichtbar zu machen und Erfahrungen auszutauschen.

Im Jahr 2026 beginnen die fünf ausgewählten Pilotkommunen innovative Beteiligungsvorhaben zu erproben und damit neue Beteiligungsstrukturen zu etablieren. Zusätzlich findet auch wieder die Qualifizierungsreihe zur BETEILIGUNG + MODERATION statt. Es kann sich bereits angemeldet werden. Damit könnte 2026 die Bewegung weiter an Fahrt gewinnen: neue Kommunen, neues Engagement, neue Teilhabeformen.

Am 06. November 2025 fand der digitale Workshop „Neutralitätsgebot für Kinder- und Jugendgremien“ statt. Eingeladen waren Fachkräfte, kommunale Ansprechpersonen und Politiker:innen aus ganz Sachsen-Anhalt. Anlass war die Veröffentlichung der neuen Handreichung und des Rechtsgutachtens „Kinder- und Jugendparlamente müssen nicht neutral sein“ des AdB. Dominik Neumann-Wächter präsentierte zentrale Ergebnisse und ordnete ein, was dies für die Praxis bedeutet. 

Im Workshop wurde deutlich, für Kinder- und Jugendparlamente besteht kein Neutralitätsgebot. Da sie keine hoheitlichen Aufgaben, also keine staatlichen Entscheidungs- oder Eingriffsbefugnisse, wahrnehmen, können und sollen sie Positionen beziehen, Kritik äußern und Interessen junger Menschen aktiv vertreten. Auch die Rolle der Fachkräfte wurde angesprochen, sie sollen Jugendliche darin unterstützen, politische Anliegen sichtbar zu machen. 

Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Forderungen nach „Neutralität“ zunehmend genutzt werden, um jugendpolitische Beteiligung zu verunsichern. Die neue Handreichung bietet hierzu wichtige Orientierung und stärkt Kommunen, Fachkräfte und junge Engagierte. 

Die Handreichung können sie hier finden. 

Am Freitag, den 28. November 2025, findet von 16:30 bis 19:30 Uhr im SaltLabs, Leipziger Straße 70 in Halle (Saale) das erste große Austauschtreffen für junge Menschen im Strukturwandel statt: MEET & CONNECT! 

Eingeladen sind alle jungen Menschen aus den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz, Saalekreis sowie aus der Stadt Halle, die sich für ihre Region und die Zukunft im Strukturwandel interessieren. 

Ziel des Treffens ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, miteinander ins Gespräch zu kommen, Ideen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen, in einer offenen, lockeren Atmosphäre und bei gutem Essen. 

Ein besonderes Highlight des Abends ist das Spiel „Deine Stimme“, das 2025 mit dem Deutschen Computerspielpreis als Bestes Serious Game ausgezeichnet wurde. Es regt auf kreative und spielerische Weise dazu an, über Demokratie, Mitbestimmung und gesellschaftliche Beteiligung nachzudenken. 

Die Teilnahme an MEET & CONNECT ist kostenfrei. Auch die Fahrtkosten werden übernommen. 

Alle jungen Menschen, die dabei sein möchten, können sich per E-Mail an mandy.vater@kinderstaerken-ev.de wenden oder einfach eine Nachricht auf Instagram (@justru_lsa) schreiben. 

MEET & CONNECT bietet jungen Menschen Raum, ihre Perspektiven einzubringen und sich aktiv an der Gestaltung der Zukunft ihrer Region zu beteiligen, gemeinsam, vernetzt und mit neuen Ideen.