Wie kann Jugendpolitik in Kommunen nachhaltig verankert werden? Welche Entwicklungen haben die letzten 15 Jahre geprägt und welche Weichen müssen wir heute stellen, damit junge Menschen auch künftig wirksam beteiligt werden?

Diesen Fragen widmet sich der Fachtag „15 Jahre Eigenständige Jugendpolitik in Sachsen-Anhalt“ am 05. November 2026 in der Europäischen Bildungsstätte „Villa Böckelmann“ in Magdeburg, organisiert vom Landeszentrum Jugend + Kommune und dem Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V.

Die Anmeldung, sowie das Programm finden Sie hier: https://eveeno.com/15jahre-ejinlsa

Gerade für Fachkräfte aus Kommunalverwaltung, Jugendhilfeplanung, Kinder- und Jugendbeteiligung sowie kommunale Entscheidungsträger:innen bietet der Fachtag einen besonderen Mehrwert:

  • Aktuelle Einblicke in die Entwicklung der Eigenständigen Jugendpolitik in Sachsen-Anhalt
  • Praxisbeispiele aus Kommunen, die Jugendbeteiligung erfolgreich strukturell verankert haben
  • Austausch mit Fachkräften aus Verwaltung, Politik und Praxis zu aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen
  • Impulse für die eigene Kommune, um Jugendpolitik als Querschnittsaufgabe nachhaltig weiterzuentwickeln
  • Mitgestaltung zukünftiger jugendpolitischer Perspektiven für die kommende Legislaturperiode

Neben fachlichen Inputs bietet der Fachtag viel Raum für Vernetzung, kollegialen Austausch und die gemeinsame Entwicklung von Visionen für eine jugendgerechte Zukunft in Sachsen-Anhalt.

09:00 Uhr   Ankunft & Anmeldung

09:30 Uhr   Start und Begrüßung

09:40 Uhr  Grußworte Holger Paech (MS) und Philipp Schweizer (AGJ)

10:00 Uhr   Keynotes (Rückblick): KJR LSA und LZ Jugend + Kommune

10:50 Uhr   Pause

11:15 Uhr    Podiumsgespräch: Thema: „Eigenständige Jugendpolitik 2026: Wo stehen wir im Vergleich– und was können wir von anderen lernen?“

Blick über die Landesgrenze auf aktuelle Herausforderungen; Austausch zwischen Landes- und kommunaler Ebene

12:15 Uhr    Mittagspause (Meet & Eat)

13:15 Uhr    Panel (Ausblick)*

14:45 Uhr    Kaffeepause

15:00 Uhr    Zusammenführung der Ergebnisse & Ausblick: Was ist unsere Vision für 2031?

15:45 Uhr    Verabschiedung und Ausblick

 

Panel 1: Jugendpolitische Steuerungselemente auf Landesebene - Wie weiter mit dem Jugendpolitischen Programm?

Beschreibung: Das Jugendpolitische Programm wurde 2021 als eines der zentralen jugendpolitischen Steuerungselemente des Landes Sachsen-Anhalt beschlossen. Vorangegangen war eine langjähriges, ressortübergreifender Prozess, der erstmalig jugendpolitische Maßnahmen bündelte und diese mit einem Ansatz verband, der Jugendbeteiligung auf Landesebene ermöglichte. Nach fünf Jahren Praxis schauen wir zurück auf Herausforderungen und Erfolge und entwickeln gemeinsam daraus Perspektiven für die nächsten fünf Jahre.

Durchgeführt von tba

Panel 2: Jugendpolitik als Querschnittsaufgabe und die Beteiligung junger Menschen auf Landesebene

Beschreibung: Jugendpolitik ist ressortübergreifend. Viele Entscheidungen, die in Landesministerien getroffen werden, haben unmittelbar Einfluss auf die Lebenswelten junger Menschen. Deshalb beteiligen wir als Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt junge Menschen seit 2018 anhand eines mit der Verwaltung entwickelten Ansatzes an Leuchtturmthemen. Zuletzt organsierte der KJR 2024/25 einen Beteiligungsprozess zur Überarbeitung der sogenannten „Heimrichtlinie“. An diesen nahmen knapp 300 junge Menschen aus fast alles Landkreisen teil. Dies soll zum Anlass genommen werden in dem Panel über die Bedeutung von ressortübergreifender Zusammenarbeit für die Lebenswelten junger Menschen ins Gespräch zu kommen und wie dies auch in Zukunft wirksam organsiert werden kann.

Durchgeführt von Philipp Oettler und Martin Gneist

Panel 3: Eigenständige Jugendpolitik auf kommunaler Ebene

Wie kann Eigenständige Jugendpolitik auf kommunaler Ebene nachhaltig gestaltet und gesichert werden – auch in Zeiten politischer Veränderungen und gesellschaftlicher Herausforderungen? Der Workshop stellt das Landeszentrums Jugend + Kommune die kommunale Praxis aus Sachsen-Anhalt vor und eröffnet Raum für Austausch über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten in den Kommunen Sachsen-Anhalts. Gemeinsam wird diskutiert, welche Strukturen, Kooperationen und politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Jugendbeteiligung und jugendpolitische Prozesse vor Ort langfristig bestehen und weiterentwickelt werden können.

Durchgeführt von Maria Burkhardt und Benjamin Ollendorf

Panel 4: Jugendperspektiven – zentraler Baustein Eigenständiger Jugendpolitik

Junge Menschen haben das Recht auf Beteiligung und Mitsprache, so ist es in Art. 12 der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Gleichzeitig sind sie Expert:innen ihrer eigenen Lebensrealitäten – ihre Perspektiven sind daher unverzichtbar für eine zukunftsfähige Eigenständige Jugendpolitik. Im Workshop werden Ergebnisse aus vorangegangenen Workshops mit jungen Menschen vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Dabei geht es um Erwartungen, Erfahrungen und Hürden aus Sicht junger Menschen sowie um die Frage, wie Beteiligung wirksam, nachhaltig und praxisnah gestaltet werden kann. Der Workshop lädt Fachkräfte aus Politik, Verwaltung und Jugendarbeit dazu ein, eigene Zugänge zu reflektieren und Beteiligung als Chance für demokratische Gestaltung zu verstehen. Impulse zu Empowerment, Beteiligungsstrukturen und Methoden geben Anregungen für die eigene Praxis.

Durchgeführt von Jan Hennig und Mandy Vater

Wo?
Europäische Bildungsstätte „Villa Böckelmann“
Lüttgen-Ottersleben 18a
39116 Magdeburg

Die Fachtagung ist kostenfrei und die Anmeldung ist bis zum 15.10.26 möglich.

 

 

Am vergangenen Samstag waren die Servicestelle Jugend und Strukturwandel gemeinsam mit dem Landeszentrum Jugend + Kommune beim Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg zu Gast. Gemeinsam mit den Jugendgremien aus Bernburg, Köthen und dem Landkreis Börde begleiteten wir den Stand und nutzten die Gelegenheit, mit jungen Menschen über ihre Vorstellungen von Zukunft, Zusammenhalt und regionaler Entwicklung ins Gespräch zu kommen. 

Im Rahmen des Dialogangebots konnten die jungen Besucher:innen ihre Ideen und Anregungen an einem Zukunftsbaum festhalten. Die verschiedenen Bereiche des Baumes griffen zentrale Fragen zur Zukunft der Region auf und luden dazu ein, persönliche Sichtweisen und Wünsche einzubringen.  

Bei der Frage „Was macht deine Region heute stark?“, die im Bereich der Wurzeln verortet war, wurden insbesondere die Menschen, der gesellschaftliche Zusammenhalt, die Vereine, Fahrgemeinschaften sowie die vorhandene Vielfalt genannt. Diese Antworten verdeutlichen, welche Stärken bereits heute das Leben vor Ort prägen und die Grundlage für eine positive Entwicklung bilden. 

Im Stamm des Baumes stand die Frage „Was muss erhalten bleiben?“. Hier wurden vor allem Demokratie, Meinungsfreiheit, Toleranz und Vielfalt sowie die Möglichkeit, sich auf Veranstaltungen frei und sicher zu begegnen, hervorgehoben. Die Beiträge zeigen, welche Werte junge Menschen als unverzichtbar für das gesellschaftliche Miteinander ansehen. 

In der Baumkrone beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Frage „Was wünschst du dir für deine Zukunft?“. Genannt wurden unter anderem ein besser ausgebauter ÖPNV, mehr Bildungsangebote, eine stärkere Jugendbeteiligung, die Förderung des Handwerks sowie der Wunsch nach einer offenen und demokratischen Gesellschaft. Auch der Wunsch nach einer Politik ohne Extremismus fand sich unter den Antworten wieder. 

Die Einträge am Zukunftsbaum machten deutlich, dass junge Menschen nicht nur konkrete Vorstellungen von ihrer Zukunft haben, sondern sich auch intensiv mit den Themen auseinandersetzen, die für die Entwicklung ihrer Region wichtig sind. 

Besonders gefreut haben wir uns über die Gespräche und den Austausch mit engagierten jungen Menschen. Wir konnten viele wertvolle Impulse für die weitere Arbeit mitnehmen. 

Vom 01. bis 03. Juni 2026 fand an der Hochschule Magdeburg-Stendal das zweite Modul der Qualifizierungsreihe „Beteiligung + Moderation“ statt. Unter dem Fokus „Handeln als Beteiligungsmoderation“ vertieften die Teilnehmenden ihr Wissen über Zielgruppen, Methoden und Netzwerkarbeit.

Der Auftakt widmete sich der Frage „Wie ticken Jugendliche?“. Auf Basis der Sinus-Jugendstudie analysierten die Teilnehmenden verschiedene Lebenswelten, um eine zielgerichtete und inklusive Ansprache in ihren Kommunen sicherzustellen.

Anschließend stand die praktische Erprobung im Mittelpunkt. Ein vielfältiger Methoden-Mix, von digitalen Formaten wie Minecraft und Memes bis hin zu kreativen Ansätzen wie Photovoice, verdeutlichte, wie Beteiligung niederschwellig und lebensweltnah gestaltet werden kann. Begleitet wurde dies durch Impulse zur Auswertung von Beteiligungserhebungen. Zu Gast war dabei auch Tobias Thiel von der Evangelischen Akademie Wittenberg. Er berichtete von seiner praktischen Erfahrung mit digitalen Beteiligungsmöglichkeiten.

Den Abschluss bildete das Thema Netzwerkarbeit. Unter Anleitung von Alexander Wittwer (PfD Hansestadt und Landkreis Stendal) reflektierten die Teilnehmenden ihre eigenen Kooperationen. Mit der Methode des „Sozialen Nobelpreises in der Kategorie Zusammenarbeit“ wurden verschiedene Strategien entwickelt, um Beteiligungsprozesse durch starke lokale Netzwerke nachhaltig zu verankern.

Mit neuen Impulsen und praktischem Handwerkszeug wird nun auf das dritte Modul im September geblickt.

Wie können Kommunen die Bedarfe und Ideen junger Menschen frühzeitig sichtbar machen und sie in die Entwicklung ihres Gemeinwesens einbeziehen? Eine wirkungsvolle Methode dafür sind Kinder- und Jugendkonferenzen. In der Pilotkommune Gemeinde Nieder Börde wurde dieses Format am 18.04.26 erstmals erfolgreich umgesetzt: Rund 50 junge Menschen brachten ihre Sichtweisen, Wünsche und Ideen ein. Später am Nachmittag wurden diese mit Bürgermeister Herrn Müller, Gemeinderät:inne, und Ortsbürgermeistern diskutiert.

Im Mittelpunkt einer Kinder- und Jugendkonferenz steht die strukturierte Ideenentwicklung mit jungen Menschen. Zunächst geht es darum, Themen sichtbar zu machen, Bedarfe zu benennen und konkrete Vorschläge zu erarbeiten. Kinder und Jugendliche erhalten einen Raum, ihre Lebenswelt aus ihrer Perspektive zu beschreiben.

Die Konferenz in der Niederen Börde war in mehrere Arbeitsphasen gegliedert. In Kleingruppen starteten die Teilnehmenden mit einer ersten Phase des „Motzens und Meckerns“: Was läuft in ihrem Wohnort nicht gut? Was fehlt? Was stört im Alltag? Anschließend richtete sich der Blick nach vorn: Was wünschen sich junge Menschen für ihre Gemeinde? Welche Veränderungen würden ihren Alltag verbessern?

Dabei wurden zahlreiche Themen benannt, unter anderem fehlende Radwege, mangelnde Einkaufsmöglichkeiten, ein fehlender Eisladen, neue Treffpunkte für Jugendliche, eine Skateanlage, attraktivere Mülleimer sowie Ideen für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung.

Nach der Vorstellung im Plenum, konnten sich die Kinder und Jugendlichen je nach Interesse einem Thema zuordnen und dieses weiterentwickeln. So entstanden konkrete Ideen aus Sicht der jungen Menschen praxisnah, kreativ und direkt aus ihrem Lebensalltag heraus.

Besonders bedeutsam war die anschließende Dialogphase: Bürgermeister, Ortsbürgermeister und Gemeinderät:innen nahmen an der Konferenz teil und hörten sich die Ergebnisse persönlich an. Dadurch entstand ein direkter Austausch zwischen jungen Menschen und kommunaler Politik.

Hier liegt die Stärke dieser Methode. Sie schaffen Begegnung, machen Bedarfe sichtbar und eröffnen Dialogräume. Junge Menschen erleben, dass ihre Perspektiven ernst genommen werden. Kommunale Verantwortungsträger erhalten zugleich wertvolle Hinweise darauf, was Kinder und Jugendliche vor Ort wirklich bewegt.

Die erfolgreiche Auftaktveranstaltung in der Niederen Börde bildet nun eine wichtige Grundlage für den nächsten Schritt, die Entwicklung eines Beteiligungskonzeptes für die Gemeinde.

Kinder- und Jugendkonferenzen zeigen: Wer junge Menschen frühzeitig einbindet, stärkt nicht nur demokratische Prozesse, sondern gestaltet Kommunen lebenswerter für alle Generationen.

Durchgeführt wurde die Kinder- und Jugendkonferenz in der Gemeinde Niedere Börde von Maik Peyko und seinem Team von TEMP-Projekt.

Schön, dass ihr dabei wart!

Auf dieser Seite findet ihr die Materialien und Inhalte aus den drei Modulen unserer Qualifizierungsreihe gebündelt an einem Ort. Sie sollen euch dabei unterstützen, einzelne Themen noch einmal nachzulesen, Methoden aufzufrischen und Impulse für eure eigene Praxis mitzunehmen.

Neben den Präsentationen und Arbeitsmaterialien stellen wir euch hier auch weiterführende Informationen, Literaturhinweise und hilfreiche Links zur Verfügung.

Wir wünschen euch viel Freude beim Stöbern, Nachlesen und vor allem beim Ausprobieren in der Praxis!

Modul 3 (07.-09.09.2026) 

Moderation von Beteiligungsprozessen: 

Präsentation

Ausführungen zum Thema Moderation

Umgang mit Gesprächsstörungen

Methoden der Moderation

Evaluation von Beteiligungsprozessen:  

Präsentation

Ausführung zum Thema Evaluation

Leitfaden zur Evaluation

Beispielfragebogen zur Evaluation

Weitere Materialien: 

Halle (Saale): Merkblatt Kriterien für kinderfreundliche Veranstaltungen in der Stadt Halle (Saale)

Unterrichtsmaterial "Mein Ort" (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg)

Planspiel- Kommunalpolitik für Grundschüler:innen   (Hrsg. Netzwerk junge Bürgermeister:innen)

 

 

Modul 2 (01.-03.06.2026)

Präsentation Netzwerkarbeit

Präsentation Zielgruppe und Methoden

Ausführung zum Thema Methoden

Vorlage Zielgruppe

Vorlage Methoden

Checkliste Beteiligung

Erprobte Methoden

Wie sieht eine Stadt aus, in der junge Menschen wirklich mitreden? In Halle (Saale) soll diese Frage ab 2026 ganz praktisch beantwortet werden. Das Landeszentrum Jugend + Kommune hat das Pilotvorhaben der Stadt bewilligt, mit dem Kinder und Jugendliche künftig stärker in kommunale Entscheidungen eingebunden werden.

Unter dem Titel „Stärkung der Beteiligungsstrukturen mit jungen Menschen in Halle (Saale) durch Jugenddialoge im Quartier“ werden in allen fünf Stadtteilen offene Jugenddialoge durchgeführt. Geplant sind zum Beispiel Workshops in Schulen, mobile Beteiligungsaktionen auf Plätzen oder Gesprächsrunden in Jugendclubs. Dort können junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren sagen, was sie in ihrem Viertel brauchen, etwa bessere Freizeitangebote, sichere Wege, Treffpunkte oder mehr Mitspracherechte.

Besonders wichtig, die Ideen sollen nicht in Schubladen verschwinden. Die Ergebnisse fließen direkt in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) der Stadt ein und werden damit Teil der langfristigen Stadtplanung.

Damit Beteiligung nicht vom Engagement Einzelner abhängt, baut die Stadt parallel feste Strukturen auf. Mindestens fünf Mitarbeitende der Verwaltung werden zu Beteiligungsmoderator:innen qualifiziert. Sie lernen, wie man Jugenddialoge plant, moderiert und die Ergebnisse in politische Prozesse überführt.

Auch bestehende Gremien werden gestärkt. Der Kinder- und Jugendrat sowie der Stadtschülerrat werden aktiv in die Umsetzung eingebunden und enger mit Schulen und weiteren Akteuren vernetzt.

Ein zentrales Element ist die Rückmeldung an die Jugendlichen. Was wurde aus ihren Vorschlägen? Was wird umgesetzt, was nicht und warum? Dafür entwickelt die Stadt ein transparentes Rückkopplungssystem. So soll Beteiligung nicht nur gehört, sondern als wirksam erlebt werden.