Wie können Kommunen die Bedarfe und Ideen junger Menschen frühzeitig sichtbar machen und sie in die Entwicklung ihres Gemeinwesens einbeziehen? Eine wirkungsvolle Methode dafür sind Kinder- und Jugendkonferenzen. In der Pilotkommune Gemeinde Nieder Börde wurde dieses Format am 18.04.26 erstmals erfolgreich umgesetzt: Rund 50 junge Menschen brachten ihre Sichtweisen, Wünsche und Ideen ein. Später am Nachmittag wurden diese mit Bürgermeister Herrn Müller, Gemeinderät:inne, und Ortsbürgermeistern diskutiert.
Im Mittelpunkt einer Kinder- und Jugendkonferenz steht die strukturierte Ideenentwicklung mit jungen Menschen. Zunächst geht es darum, Themen sichtbar zu machen, Bedarfe zu benennen und konkrete Vorschläge zu erarbeiten. Kinder und Jugendliche erhalten einen Raum, ihre Lebenswelt aus ihrer Perspektive zu beschreiben.
Die Konferenz in der Niederen Börde war in mehrere Arbeitsphasen gegliedert. In Kleingruppen starteten die Teilnehmenden mit einer ersten Phase des „Motzens und Meckerns“: Was läuft in ihrem Wohnort nicht gut? Was fehlt? Was stört im Alltag? Anschließend richtete sich der Blick nach vorn: Was wünschen sich junge Menschen für ihre Gemeinde? Welche Veränderungen würden ihren Alltag verbessern?
Dabei wurden zahlreiche Themen benannt, unter anderem fehlende Radwege, mangelnde Einkaufsmöglichkeiten, ein fehlender Eisladen, neue Treffpunkte für Jugendliche, eine Skateanlage, attraktivere Mülleimer sowie Ideen für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung.
Nach der Vorstellung im Plenum, konnten sich die Kinder und Jugendlichen je nach Interesse einem Thema zuordnen und dieses weiterentwickeln. So entstanden konkrete Ideen aus Sicht der jungen Menschen praxisnah, kreativ und direkt aus ihrem Lebensalltag heraus.
Besonders bedeutsam war die anschließende Dialogphase: Bürgermeister, Ortsbürgermeister und Gemeinderät:innen nahmen an der Konferenz teil und hörten sich die Ergebnisse persönlich an. Dadurch entstand ein direkter Austausch zwischen jungen Menschen und kommunaler Politik.
Hier liegt die Stärke dieser Methode. Sie schaffen Begegnung, machen Bedarfe sichtbar und eröffnen Dialogräume. Junge Menschen erleben, dass ihre Perspektiven ernst genommen werden. Kommunale Verantwortungsträger erhalten zugleich wertvolle Hinweise darauf, was Kinder und Jugendliche vor Ort wirklich bewegt.
Die erfolgreiche Auftaktveranstaltung in der Niederen Börde bildet nun eine wichtige Grundlage für den nächsten Schritt, die Entwicklung eines Beteiligungskonzeptes für die Gemeinde.
Kinder- und Jugendkonferenzen zeigen: Wer junge Menschen frühzeitig einbindet, stärkt nicht nur demokratische Prozesse, sondern gestaltet Kommunen lebenswerter für alle Generationen.
Durchgeführt wurde die Kinder- und Jugendkonferenz in der Gemeinde Niedere Börde von Maik Peyko und seinem Team von TEMP-Projekt.
