Wie können junge Menschen in der Gemeinde Niedere Börde künftig verlässlich mitreden und mitentscheiden? Und wie kann der direkte Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen, Kommunalpolitik und weiteren Akteur vor Ort gelingen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 30 Teilnehmende bei einem weiteren Workshop zur Entwicklung des Beteiligungskonzeptes der Gemeinde Niedere Börde.

Die Gemeinde ist seit Anfang des Jahres eine von fünf Pilotkommunen für Kinder- und Jugendbeteiligung in Sachsen-Anhalt und wird durch das Landeszentrum Jugend + Kommune begleitet. Ziel ist es, gemeinsam mit jungen Menschen, Verwaltung, Kommunalpolitik und weiteren Akteur Strukturen zu entwickeln, durch die Kinder- und Jugendbeteiligung langfristig und verlässlich in der Gemeinde verankert wird.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden auch von Staatssekretärin Susi Möbbeck. In ihrem Grußwort unterstrich sie die Bedeutung verlässlicher Kinder- und Jugendbeteiligung für die Zukunft von Kommunen. Anschließend nutzte sie die Gelegenheit für Gespräche mit den Teilnehmenden am Rande des Workshops.

Am Workshop beteiligten sich zahlreiche Kinder und Jugendliche sowie Mitglieder aus Ortschafts- und Gemeinderäten, der Bürgermeister und Engagierte aus Vereinen und der Freiwilligen Feuerwehr. Im Mittelpunkt stand dieses Mal insbesondere die Frage, wie der direkte Dialog zwischen jungen Menschen und kommunalen Entscheider künftig gestaltet werden kann.

Gemeinsam wurde gesammelt, welche Ansprechpersonen junge Menschen in der Gemeinde brauchen und über welche Formate ein regelmäßiger Austausch stattfinden könnte. Die Ideen waren vielfältig: Sie reichten von gemeinsamen Grillabenden und Sprechstunden bis hin zur Idee eines Kinderbürgermeisters bzw. einer Kinderbürgermeisterin.

Dabei ging es zunächst bewusst darum, unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche sichtbar zu machen. Welche der Ideen Eingang in das Beteiligungskonzept finden und wie sie konkret umgesetzt werden können, wird nun gemeinsam ausgewertet und weiterdiskutiert.

Der Workshop ist ein weiterer Baustein in einem Beteiligungsprozess, in den über das Jahr hinweg unterschiedliche Perspektiven aus der Gemeinde eingeflossen sind. Die Ergebnisse des Workshops werden nun ausgewertet und in den Entwurf des Beteiligungskonzeptes eingearbeitet. Bereits im Oktober soll das Konzept vorgestellt werden.

Damit nähert sich ein intensiver gemeinsamer Prozess seinem nächsten wichtigen Meilenstein: Aus den Erfahrungen, Ideen und Wünschen von Kindern und Jugendlichen sowie den Perspektiven von Verwaltung, Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft soll eine verlässliche Grundlage dafür entstehen, wie Kinder- und Jugendbeteiligung in der Niederen Börde künftig gelebt wird.

Wann sind die Interessen von Kindern und Jugendlichen von einer kommunalen Entscheidung betroffen? Und was muss passieren, wenn dies der Fall ist? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Landeszentrum Jugend + Kommune aktuell gemeinsam mit jungen Menschen und Fachkräften aus Kommunalverwaltungen in Sachsen-Anhalt.

Wie eine Interessensprüfung in der Praxis funktionieren kann, haben wir zuletzt gemeinsam mit einem kommunalen Jugendgremium erarbeitet. Die jungen Menschen sammelten zunächst Themen und Entscheidungen aus der Kommunalpolitik, bei denen sie aus ihrer Sicht unbedingt einbezogen werden sollten.

Dabei wurde schnell deutlich: Kinder- und Jugendinteressen beschränken sich nicht auf klassische „Jugendthemen“. Auch Entscheidungen beispielsweise zu Mobilität, Bildung oder Klimagerechtigkeit können den Alltag und die Zukunft junger Menschen unmittelbar beeinflussen.

Betroffen – und dann?

Zu erkennen, dass die Interessen junger Menschen berührt sind, ist allerdings nur der erste Schritt. Deshalb beschäftigten sich die Jugendlichen auch mit der Frage, was anschließend passieren muss. Gemeinsam entwickelten sie einen möglichen Ablauf aus ihrer Perspektive: Wann möchten sie über ein Vorhaben informiert werden? Wie viel Zeit benötigen sie, um sich eine eigene Meinung zu bilden? Wie möchten sie ihre Position gegenüber Verwaltung und Politik einbringen? Und wie erfahren sie anschließend, was aus ihren Vorschlägen und Stellungnahmen geworden ist?

Dabei zeigte sich besonders deutlich: Beteiligung endet für junge Menschen nicht mit der Abgabe einer Meinung. Sie möchten nachvollziehen können, wie ihre Position im weiteren Entscheidungsprozess berücksichtigt wurde und eine Rückmeldung erhalten, wenn Vorschläge nicht aufgegriffen werden.

Von der UN-Kinderrechtskonvention in den Verwaltungsalltag

Hinter diesen sehr praktischen Fragen steht ein zentraler kinderrechtlicher Anspruch. Art. 3 der UN-Kinderrechtskonvention fordert, die Interessen von Kindern bei sie betreffenden Maßnahmen als einen vorrangigen Gesichtspunkt zu berücksichtigen. Art. 12 sichert Kindern und Jugendlichen das Recht zu, ihre Meinung in sie berührenden Angelegenheiten einzubringen. Eine systematische Interessensprüfung kann Kommunalverwaltungen dabei unterstützen, diese Anforderungen in ihre alltäglichen Abläufe zu übersetzen: Sind die Interessen von Kindern und Jugendlichen von einem Vorhaben berührt? Und wenn ja, welche Beteiligung muss daraus folgen?

Mehrere Kommunen in Sachsen-Anhalt machen sich aktuell auf den Weg, solche Verfahren weiterzuentwickeln und Kinder- und Jugendbeteiligung verbindlicher in ihren Verwaltungsabläufen zu verankern.

Als Landeszentrum begleiten wir diese Prozesse und bringen die unterschiedlichen Perspektiven zusammen. Denn Kinder- und Jugendbeteiligung sollte nicht davon abhängen, ob bei einem Vorhaben zufällig jemand daran denkt, junge Menschen einzubeziehen. Ziel sind Strukturen, in denen ihre Interessen frühzeitig und systematisch mitgedacht werden.

Wie kann Jugendpolitik in Kommunen nachhaltig verankert werden? Welche Entwicklungen haben die letzten 15 Jahre geprägt und welche Weichen müssen wir heute stellen, damit junge Menschen auch künftig wirksam beteiligt werden?

Diesen Fragen widmet sich der Fachtag „15 Jahre Eigenständige Jugendpolitik in Sachsen-Anhalt“ am 05. November 2026 in der Europäischen Bildungsstätte „Villa Böckelmann“ in Magdeburg, organisiert vom Landeszentrum Jugend + Kommune und dem Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V.

Die Anmeldung, sowie das Programm finden Sie hier: https://eveeno.com/15jahre-ejinlsa

Gerade für Fachkräfte aus Kommunalverwaltung, Jugendhilfeplanung, Kinder- und Jugendbeteiligung sowie kommunale Entscheidungsträger:innen bietet der Fachtag einen besonderen Mehrwert:

  • Aktuelle Einblicke in die Entwicklung der Eigenständigen Jugendpolitik in Sachsen-Anhalt
  • Praxisbeispiele aus Kommunen, die Jugendbeteiligung erfolgreich strukturell verankert haben
  • Austausch mit Fachkräften aus Verwaltung, Politik und Praxis zu aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen
  • Impulse für die eigene Kommune, um Jugendpolitik als Querschnittsaufgabe nachhaltig weiterzuentwickeln
  • Mitgestaltung zukünftiger jugendpolitischer Perspektiven für die kommende Legislaturperiode

Neben fachlichen Inputs bietet der Fachtag viel Raum für Vernetzung, kollegialen Austausch und die gemeinsame Entwicklung von Visionen für eine jugendgerechte Zukunft in Sachsen-Anhalt.

09:00 Uhr   Ankunft & Anmeldung

09:30 Uhr   Start und Begrüßung

09:40 Uhr  Grußworte Holger Paech (MS) und Philipp Schweizer (AGJ)

10:00 Uhr   Keynotes (Rückblick): KJR LSA und LZ Jugend + Kommune

10:50 Uhr   Pause

11:15 Uhr    Podiumsgespräch: Thema: „Eigenständige Jugendpolitik 2026: Wo stehen wir im Vergleich– und was können wir von anderen lernen?“

Blick über die Landesgrenze auf aktuelle Herausforderungen; Austausch zwischen Landes- und kommunaler Ebene

12:15 Uhr    Mittagspause (Meet & Eat)

13:15 Uhr    Panel (Ausblick)*

14:45 Uhr    Kaffeepause

15:00 Uhr    Zusammenführung der Ergebnisse & Ausblick: Was ist unsere Vision für 2031?

15:45 Uhr    Verabschiedung und Ausblick

 

Panel 1: Jugendpolitische Steuerungselemente auf Landesebene - Wie weiter mit dem Jugendpolitischen Programm?

Beschreibung: Das Jugendpolitische Programm wurde 2021 als eines der zentralen jugendpolitischen Steuerungselemente des Landes Sachsen-Anhalt beschlossen. Vorangegangen war eine langjähriges, ressortübergreifender Prozess, der erstmalig jugendpolitische Maßnahmen bündelte und diese mit einem Ansatz verband, der Jugendbeteiligung auf Landesebene ermöglichte. Nach fünf Jahren Praxis schauen wir zurück auf Herausforderungen und Erfolge und entwickeln gemeinsam daraus Perspektiven für die nächsten fünf Jahre.

Durchgeführt von tba

Panel 2: Jugendpolitik als Querschnittsaufgabe und die Beteiligung junger Menschen auf Landesebene

Beschreibung: Jugendpolitik ist ressortübergreifend. Viele Entscheidungen, die in Landesministerien getroffen werden, haben unmittelbar Einfluss auf die Lebenswelten junger Menschen. Deshalb beteiligen wir als Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt junge Menschen seit 2018 anhand eines mit der Verwaltung entwickelten Ansatzes an Leuchtturmthemen. Zuletzt organsierte der KJR 2024/25 einen Beteiligungsprozess zur Überarbeitung der sogenannten „Heimrichtlinie“. An diesen nahmen knapp 300 junge Menschen aus fast alles Landkreisen teil. Dies soll zum Anlass genommen werden in dem Panel über die Bedeutung von ressortübergreifender Zusammenarbeit für die Lebenswelten junger Menschen ins Gespräch zu kommen und wie dies auch in Zukunft wirksam organsiert werden kann.

Durchgeführt von Philipp Oettler und Martin Gneist

Panel 3: Eigenständige Jugendpolitik auf kommunaler Ebene

Wie kann Eigenständige Jugendpolitik auf kommunaler Ebene nachhaltig gestaltet und gesichert werden – auch in Zeiten politischer Veränderungen und gesellschaftlicher Herausforderungen? Der Workshop stellt das Landeszentrums Jugend + Kommune die kommunale Praxis aus Sachsen-Anhalt vor und eröffnet Raum für Austausch über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten in den Kommunen Sachsen-Anhalts. Gemeinsam wird diskutiert, welche Strukturen, Kooperationen und politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Jugendbeteiligung und jugendpolitische Prozesse vor Ort langfristig bestehen und weiterentwickelt werden können.

Durchgeführt von Maria Burkhardt und Benjamin Ollendorf

Panel 4: Jugendperspektiven – zentraler Baustein Eigenständiger Jugendpolitik

Junge Menschen haben das Recht auf Beteiligung und Mitsprache, so ist es in Art. 12 der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Gleichzeitig sind sie Expert:innen ihrer eigenen Lebensrealitäten – ihre Perspektiven sind daher unverzichtbar für eine zukunftsfähige Eigenständige Jugendpolitik. Im Workshop werden Ergebnisse aus vorangegangenen Workshops mit jungen Menschen vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Dabei geht es um Erwartungen, Erfahrungen und Hürden aus Sicht junger Menschen sowie um die Frage, wie Beteiligung wirksam, nachhaltig und praxisnah gestaltet werden kann. Der Workshop lädt Fachkräfte aus Politik, Verwaltung und Jugendarbeit dazu ein, eigene Zugänge zu reflektieren und Beteiligung als Chance für demokratische Gestaltung zu verstehen. Impulse zu Empowerment, Beteiligungsstrukturen und Methoden geben Anregungen für die eigene Praxis.

Durchgeführt von Jan Hennig und Mandy Vater

Wo?
Europäische Bildungsstätte „Villa Böckelmann“
Lüttgen-Ottersleben 18a
39116 Magdeburg

Die Fachtagung ist kostenfrei und die Anmeldung ist bis zum 15.10.26 möglich.

 

 

Am vergangenen Samstag waren die Servicestelle Jugend und Strukturwandel gemeinsam mit dem Landeszentrum Jugend + Kommune beim Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg zu Gast. Gemeinsam mit den Jugendgremien aus Bernburg, Köthen und dem Landkreis Börde begleiteten wir den Stand und nutzten die Gelegenheit, mit jungen Menschen über ihre Vorstellungen von Zukunft, Zusammenhalt und regionaler Entwicklung ins Gespräch zu kommen. 

Im Rahmen des Dialogangebots konnten die jungen Besucher:innen ihre Ideen und Anregungen an einem Zukunftsbaum festhalten. Die verschiedenen Bereiche des Baumes griffen zentrale Fragen zur Zukunft der Region auf und luden dazu ein, persönliche Sichtweisen und Wünsche einzubringen.  

Bei der Frage „Was macht deine Region heute stark?“, die im Bereich der Wurzeln verortet war, wurden insbesondere die Menschen, der gesellschaftliche Zusammenhalt, die Vereine, Fahrgemeinschaften sowie die vorhandene Vielfalt genannt. Diese Antworten verdeutlichen, welche Stärken bereits heute das Leben vor Ort prägen und die Grundlage für eine positive Entwicklung bilden. 

Im Stamm des Baumes stand die Frage „Was muss erhalten bleiben?“. Hier wurden vor allem Demokratie, Meinungsfreiheit, Toleranz und Vielfalt sowie die Möglichkeit, sich auf Veranstaltungen frei und sicher zu begegnen, hervorgehoben. Die Beiträge zeigen, welche Werte junge Menschen als unverzichtbar für das gesellschaftliche Miteinander ansehen. 

In der Baumkrone beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Frage „Was wünschst du dir für deine Zukunft?“. Genannt wurden unter anderem ein besser ausgebauter ÖPNV, mehr Bildungsangebote, eine stärkere Jugendbeteiligung, die Förderung des Handwerks sowie der Wunsch nach einer offenen und demokratischen Gesellschaft. Auch der Wunsch nach einer Politik ohne Extremismus fand sich unter den Antworten wieder. 

Die Einträge am Zukunftsbaum machten deutlich, dass junge Menschen nicht nur konkrete Vorstellungen von ihrer Zukunft haben, sondern sich auch intensiv mit den Themen auseinandersetzen, die für die Entwicklung ihrer Region wichtig sind. 

Besonders gefreut haben wir uns über die Gespräche und den Austausch mit engagierten jungen Menschen. Wir konnten viele wertvolle Impulse für die weitere Arbeit mitnehmen. 

Vom 01. bis 03. Juni 2026 fand an der Hochschule Magdeburg-Stendal das zweite Modul der Qualifizierungsreihe „Beteiligung + Moderation“ statt. Unter dem Fokus „Handeln als Beteiligungsmoderation“ vertieften die Teilnehmenden ihr Wissen über Zielgruppen, Methoden und Netzwerkarbeit.

Der Auftakt widmete sich der Frage „Wie ticken Jugendliche?“. Auf Basis der Sinus-Jugendstudie analysierten die Teilnehmenden verschiedene Lebenswelten, um eine zielgerichtete und inklusive Ansprache in ihren Kommunen sicherzustellen.

Anschließend stand die praktische Erprobung im Mittelpunkt. Ein vielfältiger Methoden-Mix, von digitalen Formaten wie Minecraft und Memes bis hin zu kreativen Ansätzen wie Photovoice, verdeutlichte, wie Beteiligung niederschwellig und lebensweltnah gestaltet werden kann. Begleitet wurde dies durch Impulse zur Auswertung von Beteiligungserhebungen. Zu Gast war dabei auch Tobias Thiel von der Evangelischen Akademie Wittenberg. Er berichtete von seiner praktischen Erfahrung mit digitalen Beteiligungsmöglichkeiten.

Den Abschluss bildete das Thema Netzwerkarbeit. Unter Anleitung von Alexander Wittwer (PfD Hansestadt und Landkreis Stendal) reflektierten die Teilnehmenden ihre eigenen Kooperationen. Mit der Methode des „Sozialen Nobelpreises in der Kategorie Zusammenarbeit“ wurden verschiedene Strategien entwickelt, um Beteiligungsprozesse durch starke lokale Netzwerke nachhaltig zu verankern.

Mit neuen Impulsen und praktischem Handwerkszeug wird nun auf das dritte Modul im September geblickt.

Wie können Kommunen die Bedarfe und Ideen junger Menschen frühzeitig sichtbar machen und sie in die Entwicklung ihres Gemeinwesens einbeziehen? Eine wirkungsvolle Methode dafür sind Kinder- und Jugendkonferenzen. In der Pilotkommune Gemeinde Nieder Börde wurde dieses Format am 18.04.26 erstmals erfolgreich umgesetzt: Rund 50 junge Menschen brachten ihre Sichtweisen, Wünsche und Ideen ein. Später am Nachmittag wurden diese mit Bürgermeister Herrn Müller, Gemeinderät:inne, und Ortsbürgermeistern diskutiert.

Im Mittelpunkt einer Kinder- und Jugendkonferenz steht die strukturierte Ideenentwicklung mit jungen Menschen. Zunächst geht es darum, Themen sichtbar zu machen, Bedarfe zu benennen und konkrete Vorschläge zu erarbeiten. Kinder und Jugendliche erhalten einen Raum, ihre Lebenswelt aus ihrer Perspektive zu beschreiben.

Die Konferenz in der Niederen Börde war in mehrere Arbeitsphasen gegliedert. In Kleingruppen starteten die Teilnehmenden mit einer ersten Phase des „Motzens und Meckerns“: Was läuft in ihrem Wohnort nicht gut? Was fehlt? Was stört im Alltag? Anschließend richtete sich der Blick nach vorn: Was wünschen sich junge Menschen für ihre Gemeinde? Welche Veränderungen würden ihren Alltag verbessern?

Dabei wurden zahlreiche Themen benannt, unter anderem fehlende Radwege, mangelnde Einkaufsmöglichkeiten, ein fehlender Eisladen, neue Treffpunkte für Jugendliche, eine Skateanlage, attraktivere Mülleimer sowie Ideen für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung.

Nach der Vorstellung im Plenum, konnten sich die Kinder und Jugendlichen je nach Interesse einem Thema zuordnen und dieses weiterentwickeln. So entstanden konkrete Ideen aus Sicht der jungen Menschen praxisnah, kreativ und direkt aus ihrem Lebensalltag heraus.

Besonders bedeutsam war die anschließende Dialogphase: Bürgermeister, Ortsbürgermeister und Gemeinderät:innen nahmen an der Konferenz teil und hörten sich die Ergebnisse persönlich an. Dadurch entstand ein direkter Austausch zwischen jungen Menschen und kommunaler Politik.

Hier liegt die Stärke dieser Methode. Sie schaffen Begegnung, machen Bedarfe sichtbar und eröffnen Dialogräume. Junge Menschen erleben, dass ihre Perspektiven ernst genommen werden. Kommunale Verantwortungsträger erhalten zugleich wertvolle Hinweise darauf, was Kinder und Jugendliche vor Ort wirklich bewegt.

Die erfolgreiche Auftaktveranstaltung in der Niederen Börde bildet nun eine wichtige Grundlage für den nächsten Schritt, die Entwicklung eines Beteiligungskonzeptes für die Gemeinde.

Kinder- und Jugendkonferenzen zeigen: Wer junge Menschen frühzeitig einbindet, stärkt nicht nur demokratische Prozesse, sondern gestaltet Kommunen lebenswerter für alle Generationen.

Durchgeführt wurde die Kinder- und Jugendkonferenz in der Gemeinde Niedere Börde von Maik Peyko und seinem Team von TEMP-Projekt.