die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist ein zentrales Anliegen in der Kommunalpolitik. Doch ist noch nicht flächendecken bekannt, wie die Umsetzung in Sachsen-Anhalt gestaltet wird. Dazu hat das Landeszentrum Jugend+ Kommune einen Fragebogen entwickelt, um umfassendes Bild der aktuellen Situation und Bedarfen zu erhalten.

Der Fragebogen ist hier online verfügbar.

Der Fragebogen richtet sich an Fachkräfte aus der Kommunalverwaltung in Sachsen-Anhalt und widmet sich folgenden Themenbereichen:

  • Aktueller Stand der Beteiligung in Ihrer Kommune
  • Identifizierung von erfolgreichen Beteiligungsprozessen
  • Erkennen von Herausforderungen in der Beteiligung
  • Wünsche und Bedarfe an die kommunale Beteiligung

Die Aussagen werden anonym ausgewertet.

Unter folgenden Links können die Datenschutzhinweise zur Umfrage nachgelesen werden: Datenschutzhinweise zur Ist Stand Analyse sowie Datenschutzrechtliche Hinweise soSci Survey München

 

„Beteiligung braucht Qualifikation“ so heißt ein Standard der Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung. Diesem folgt auch das Landeszentrum Jugend+ Kommune. Dazu hat es 2018 die Qualifizierungsreihe zur Beteiligung+ Moderation entwickelt. Denn mit Hilfe des Wissens über Beteiligung können gelingende Beteiligungsstrukturen in den Kommunen entwickelt werden. Nun fand in Stendal das zweite Modul statt.

Wie bereits im ersten Modul, nahmen auch diesmal wieder elf Fachkräfte aus ganz Sachsen-Anhalt teil.

Gemeinsam widmeten wir uns wichtigen Themen wie der eigenen Rolle in der Beteiligungsarbeit. Hierfür durften wir Janine Kaminski, die Ansprechpartnerin für Kinder und Jugendliche in der Kinder- und Jugendinteressenvertretung der Hansestadt Stendal, begrüßen. Sie stellte ihre Arbeit vor und erläuterte u.a. den Weg, den die Kinder- und Jugendbeteiligung in Stendal genommen hat.

An den folgenden zwei Tagen begleitete uns Tobias Thiel von der Evangelischen Akademie Wittenberg. Er bot unter anderem einen Einblick in die Sinus-Studie, was zu einem intensiven Austausch über die verschiedenen Zielgruppen und deren Zugänge führte. Ein weiteres zentrales Thema waren die Methoden der Beteiligungsarbeit. Wir stellten bewährte Methoden vor und die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, neue Methoden kennenzulernen und am letzten Tag direkt auszuprobieren.

Mit Vorfreude blicken wir nun auf das dritte und letzte Modul im September, um die Beteiligungskultur in unserer Region weiter zu stärken.

 

 

Als Jakob Springfeld die ersten Seiten aus seinem Buch „Unter Nazis – jung, ostdeutsch, gegen Rechts“ präsentierte, legte sich eine tiefe Stille über den Saal und alle Augen waren gebannt auf ihn gerichtet. Die Seiten zeigten die Namen von Opfern rechter Gewalt in Deutschland - ein ergreifendes Zeugnis mit 8 Seiten und 235 Namen.

Jakob erzählte von seiner Jugend in Zwickau, wie er erstmals mit dem Thema Politik und Rechtsextremismus konfrontiert wurde. Er sprach über den NSU, der von Zwickau aus agierte und seinen unermüdlichen Kampf um die Erinnerung an die Opfer des NSU-Terrors. Dabei berichtete er auch von den fortwährenden Bedrohungen durch Rechtsextremisten bis in die Gegenwart.

Die Lesung und die anschließende Diskussion haben allen im Saal Mut und Kraft geschenkt, sich noch stärker in Stendal und Umgebung zu vernetzen. Vor der bevorstehenden EU- und Kommunalwahlen ist die Zustimmung zu antidemokratischen Kräften in der Region hoch, doch diesem Trend gilt es entschieden entgegenzutreten. Das Thema beschäftigt auch viele junge Menschen aus Kinder- und Jugendparlamenten. Die Geschichte und das Engagement von Jakob wirken empowernd und stärkend für die weitere Arbeit im KiJuPa.

Wir möchten uns herzlich beim Theater der Altmark für die gelungene Zusammenarbeit bedanken.

Das Landeszentrum legte in den letzten drei Tagen den Fokus auf eine intensive Qualifizierungsrunde. Mit dem bereits sechsten Durchgang des Weiterbildungsprogramms Beteiligung + Moderation Modul I brachten wir 11 Fachkräfte aus ganz Sachsen-Anhalt zusammen, um gemeinsam neue Perspektiven zu erschließen.

Gemeinsam tauchten wir in verschiedene Blickwinkel auf die Jugend ein und diskutierten die rechtlichen Grundlagen kommunaler Beteiligung. Wir reflektierten über die Bedeutung von Haltung und Macht in diesem Kontext. Am letzten Tag stand die Netzwerkarbeit im Mittelpunkt, ein unverzichtbares Element zur Stärkung kommunaler Kinder- und Jugendbeteiligung.

Wir freuen uns darauf, diesen inspirierenden Weg im Juni mit Modul 2 fortzusetzen und gemeinsam weitere Schritte zu gehen, um die Beteiligungskultur in unserer Region weiter zu stärken.

 

Immer mehr junge Menschen merken an, welche Gefahr von rechten Akteuren ausgeht. Jüngst warnten die Schülervertretungen der ostdeutschen Bundesländer vor Rechtsextremismus an den Schulen. Vor dem Hintergrund der kommenden Kommunalwahlen sollten diese Themen ernst genommen werden.

Zu diesem Thema hat der Zwickauer Aktivist Jakob Springfeld gemeinsam mit dem Journalisten Issio Ehrich ein Buch geschrieben. „Unter Nazis“ ist seine Geschichte – die Geschichte einer Zerreißprobe. Es geht um die harte Realität, auf die junge Antifaschisten in Städten wie Zwickau stoßen: um Drohungen, um Gewalt, um Angst. Es geht aber auch darum, dass selbst solche Städte zu progressiven Keimzellen werden können. Die Stimme der ostdeutschen Zivilgesellschaft muss lauter werden, und sie darf nicht nur nach Angriffen durch Neonazis gehört werden. Das Buch soll Warnsignal sein und Hoffnungsschimmer.

Wir freuen uns sehr Jakob am 02. Mai in Stendal begrüßen zu dürfen. Er ist Student, 2002 in Zwickau geboren und dort aufgewachsen. Er erhielt 2020 die Theodor-Heuss-Medaille für sein besonderes Engagement für Demokratie und Bürgerrechte. ZEIT-Campus zählt ihn zu den 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen. In seinem Buch beschreibt er, warum im Osten der Boden für die Instrumentalisierung von Existenzängsten besonders fruchtbar ist. Aber struktureller Rassismus und Rechtsextremismus sind Probleme, aus denen eine gesamtdeutsche Bedrohung hervorgeht – in Halle wie in Hanau.

Die Lesung ist kostenlos, allerdings ist die Anzahl der Plätze begrenzt. Deshalb bitten wir darum, Tickets zu reservieren oder an der Theaterkasse abzuholen:

Kontakt:

Tel. 03931 - 63 57 77

besucherservice@tda-stendal.de

 

Das Warten hat ein Ende! Nach intensiver Beratung und sorgfältiger Auswahl hat die Jury die ersten vier Kommunen zur Stärkung der kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung 2024 ausgewählt. Über neun vielversprechende Anträge wurde beraten und entschieden. Auch in diesem Jahr bestand die Jury aus jungen Menschen sowie Fachkräften aus dem Bereich Jugendengagements, politischer Bildung und Jugendarbeit.

"Die Anträge aus den Kommunen enthielten vielfältige und spannende Ansätze zur Stärkung der Beteiligung." beschreibt Maria Burkhardt, Leiterin des Landeszentrums, den Prozess.  Dies spiegelt das Engagement und die Kreativität wider, die in der Arbeit der Gemeinden zur Förderung der Jugendbeteiligung vorhanden sind. Die ausgewählten Pilotkommunen für dieses Jahr sind der Altmarkkreis Salzwedel, Dessau-Roßlau, Wethautal und Quedlinburg.

"Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit den ersten vier Kommunen, denn es geht nicht nur um die Stärkung der Beteiligung von jungen Menschen, sondern auch um die Entwicklung von Prozessketten für die kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung im Verwaltungshandeln.“ sagt Maria Burkhardt. Die Auswahl dieser Pilotkommunen markiert den Beginn einer spannenden Phase des Austauschs und der Zusammenarbeit, die darauf abzielt, gelingende Ansätze zu identifizieren und zu verbreiten, um die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in ganz Sachsen-Anhalt zu fördern. Finanziert werden die Pilotvorhaben und das Landeszentrum Jugend + Kommune vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Altmarkkreis Salzwedel plant nach einem großen Kick-off zur Jugendbeteiligung die Etablierung von regionalen Gruppen. Darin sollen junge Menschen stärker in die kommunalen Entscheidungsprozesse eingebunden werden. In den Regionalgruppen werden unterschiedliche Beteiligungsmethoden und -Formate erprobt, die sich an den Bedarfen der jungen Menschen in den Regionen orientieren.

Dessau-Roßlau beginnt mit der Entwicklung eines Kinder- und Jugendbeteiligungskonzepts und einer Jugendvertretung. Dazu wird es verschiedene Workshops mit jungen Menschen geben, um ihre Bedarfe und Anliegen einzubringen. Zusätzlich werden Informationen von jungen Menschen, für junge Menschen über die Verwaltung, Rathaus und Kommunalpolitik mit verschiedenen Methoden erarbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Stadtverwaltung selbst. Durch Fachforen und Weiterbildungen sollen Prozessketten für die Beteiligung entwickelt werden.

Verbandsgemeinde Wethautal möchte junge Menschen stärker in die örtliche Gestaltung einbinden. Als Anlass sieht die Verbandsgemeinde die Entwicklung einer Freizeitanlage. Durch diese Beteiligungserfahrung möchte die Verbandsgemeinde das Engagement von jungen Menschen in einem Jugendgremium zusammenführen und gemeinsam mit den jungen Menschen entwickeln.

Welterbestadt Quedlinburg plant durch verschiedene Maßnahmen junge Menschen, kommunale Entscheider:innen und Verwaltung in ihrem Austausch zu stärken. Städtebauliche Maßnahmen sollen dabei gemeinsam gestaltet werden. Die Stadt hat verschiedene Maßnahmen identifiziert, an denen eine Beteiligung von jungen Menschen von Bedeutung ist, um ihre Anliegen und Bedarfe frühzeitig miteinzubeziehen.

Der Landkreis Stendal plant, junge Menschen über Regionalkonferenzen und digitale Beteiligungstools an der Jugendarbeit zu beteiligen. An diesem Thema sollen Beteiligungsmethoden und -formate erprobt werden. Daraus resultierende Prozessketten sollen zukünftig, d.h. immer, wenn die Interessen von jungen Menschen berührt werden, zum Einsatz kommen unabhängig des Amtes.