Am Montag war das Landeszentrum Jugend + Kommune zu Gast in der Pilotkommune Droyßig. Gleich drei Workshops standen auf dem Programm, um die Kommunalverwaltung, den neu gegründeten Kinder- und Jugendbeirat sowie die örtliche Vereinslandschaft für die Beteiligung junger Menschen zu sensibilisieren und gemeinsam konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Den Auftakt bildete ein Fachforum mit Vertreter der Kommunalverwaltung. Im Mittelpunkt stand die systematische Verankerung von Kinderrechten in Verwaltungsabläufen. Neben rechtlichen Grundlagen wie § 80 des Kommunalverfassungsgesetzes Sachsen-Anhalt und der UN-Kinderrechtskonvention beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der kinderrechtskonformen Interessensprüfung. Anhand konkreter Arbeitsaufgaben ordneten die Verwaltungsmitarbeitenden ihre Zuständigkeiten danach, ob Kinder und Jugendliche direkt, indirekt oder nicht betroffen sind. Zudem wurde betrachtet, wie Beteiligungsprozesse frühzeitig berücksichtigt und der neu gegründete Kinder- und Jugendbeirat von Beginn an zielgerichtet eingebunden werden kann. Dabei ging es auch um die Frage, wie die Perspektiven des Gremiums in die Arbeit des Gemeinderats einfließen können.
Auch mit den Mitgliedern des neu gegründeten Kinder- und Jugendbeirats wurde intensiv gearbeitet. In einem interaktiven einstündigen Workshop setzten sich die jungen Menschen mit ihren eigenen Beteiligungsrechten auseinander. Nach einem Einstiegs Positionsspiel folgte ein Beteiligungsquiz, bei dem praxisnah zwischen unterschiedlichen Formen und rechtlichen Grundlagen der Beteiligung unterschieden wurde. Die Mitglieder des Beirats brachten eigene Anliegen ein und entwickelten erste konkrete Ideen, wie sie das Gemeindeleben in Droyßig aktiv mitgestalten möchten.
Den Abschluss bildete ein Workshop mit den Droyßiger Vereinen. Im Mittelpunkt stand das Spektrum der Partizipation im Vereinsalltag, von der Information und dem Einholen von Meinungen bis hin zum gemeinsamen Mitgestalten und Mitentscheiden. Dabei wurden Qualitätskriterien wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und verbindliche Rückmeldungen thematisiert. Ergänzend lernten die Teilnehmenden niedrigschwellige Methoden wie Punktabfragen, Ideenboxen, Blitzlichter oder kleine Jugendbudgets kennen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle der Vereine als Schnittstelle zwischen jungen Menschen und kommunaler Politik. Werden im Vereinsalltag Anliegen sichtbar, die über den sportlichen oder kulturellen Bereich hinausgehen, etwa Fragen zu Mobilität, Busverbindungen, Radwegen oder öffentlichen Treffpunkten, können Vereine diese Themen an die kommunalen Gremien weitergeben und so dazu beitragen, die Perspektiven junger Menschen in kommunale Entscheidungsprozesse einzubringen.
Der Workshop Tag zeigte, dass Kinder und Jugendbeteiligung in unterschiedlichen Bereichen der Kommune ansetzen kann. Verwaltung, Kinder- und Jugendbeirat und Vereine bringen dabei jeweils eigene Perspektiven und Möglichkeiten ein. Die weitere Begleitung der Pilotkommune Droyßig durch das Landeszentrum Jugend + Kommune knüpft an diese unterschiedlichen Ansätze an.
